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Mosca GmbH
Gerd-Mosca-Straße 1
69429 Waldbrunn

Vom manuellen Prozess zur Industrie 4.0-Anlage in einem Jahr

01.07.2020

Die HANSA-FLEX AG, ein führender Anbieter von Hydrauliklösungen aus Bremen, hat sich die Zukunft ans Ende seiner Verpackungslinie geholt. Gemeinsam mit den Umreifungsspezialisten der Mosca GmbH entstanden innerhalb eines Jahres vernetzte End-of-Line-Rundumlösungen, die weit über die reine Transportsicherung hinausgehen. Intelligente Umreifungssysteme mit vollautomatischer Paketverteileranlage vereinen dabei modernste Förder- und Umreifungstechnik mit automatisierter Datenverarbeitung und Industrie 4.0. Damit sind Fehler auf den letzten Metern des Verpackungsprozesses nahezu ausgeschlossen – und die Waren werden zuverlässig auf den Weg zum Kunden gebracht.

Alles begann mit einem weißen Blatt Papier. Die Aufgabe: das Ende der Verpackungslinie auf neue Beine stellen – zuverlässig, fehlerfrei und prozessoptimiert. Das Produkt: Hydrauliklösungen aller Art – vom Schlauch über die Dichtungstechnik bis hin zu komplexen Hydraulikkomponenten. Etwa 1000 Pakete laufen beim Hydraulik-Experten HANSA-FLEX am Hauptsitz in Bremen dafür täglich übers Band und wollen versandfertig gemacht werden. Diese haben in der Regel unterschiedliche Maße, sind unterschiedlich schwer und werden über drei verschiedene KEP-Dienstleister an die Endkunden und Niederlassungen ausgeliefert.

Bisher war deshalb auf den letzten Metern des Verpackungsprozesses viel manuelle Arbeit gefragt. Mitarbeiter holten jedes einzelne Paket an den Einzelkommissionierungsplätzen ab und brachten es in den Versand, wo es – eines nach dem anderen – gewogen, etikettiert und zur Transportsicherung umreift wurde. Schließlich legten sie jedes fertige Paket per Hand auf den Stapel des entsprechenden Versand-Dienstleisters.

„Diese vielen Schritte machten das Ende unserer Verpackungslinie ineffizient und teilweise fehleranfällig“, sagt Frank Oetting, Hallenleitung des Zentrallagers bei HANSA-FLEX in Bremen. „Deshalb war es Zeit für eine neue Lösung, die nicht nur zeitgemäß, sondern auch eine Investition in die Zukunft sein sollte.“  Auf der Suche nach einem passenden Partner wandte sich HANSA-FLEX an Mosca, Technologieführer für Umreifungssysteme aus Waldbrunn. Dieser hatte HANSA-FLEX bis dahin mit klassischen Umreifungslösungen versorgt. Jetzt sollte eine maßgeschneiderte Anwendung entstehen, die genau zu den Anforderungen des Hydraulik-Anbieters passte.

Von der ersten Skizze bis zur Inbetriebnahme in rund einem Jahr

Und so saßen sie schließlich vor jenem weißen Blatt Papier: das Mosca-Team mit seinem End-of-Line-Know-how und das HANSA-FLEX-Team mit seinen Wünschen und Anforderungen. „Wir wussten genau, was wir brauchen und haben mit Mosca direkt erste Skizzen erarbeitet“, sagt Frank Oetting. Rund ein Jahr später steht er vor einer vollautomatischen Umreifungsanlage mit Paketverteilersystem, die sich zuverlässig und fehlerfrei um all jene Endverpackungsschritte kümmert, die vorher mühsam von Hand erledigt werden mussten.

Herzstück der neuen Anlage ist die EVOLUTION SoniXs TR-6 Pro, das Industrie 4.0-Parademodell aus dem Hause Mosca. Für HANSA-FLEX wurde die vollautomatische Umreifungsmaschine mit Netzwerk-Schnittstelle in ein eigens entwickeltes Fördersystem integriert. Dort müssen die Pakete jetzt nur noch mit einem Auftragsetikett versehen abgelegt werden – den Rest erledigt die Anlage. Der angetriebene Schrägrollenförderer richtet das Paket zunächst aus und transportiert es dann zur EVOLUTION SoniXs TR-6 Pro. Diese erkennt verschiedene Kartongrößen automatisch und sichert sie mit einer Doppelumreifung. Auch hier bietet Mosca seinem Kunden eine individuelle Lösung: Die Mosca Bandproduktion liefert das Umreifungsband maßgeschneidert in weiß mit HANSA-FLEX-Logo. Die Enden des Bandes werden schließlich per Ultraschalltechnologie SoniXs von Mosca verschweißt. Diese benötigt keine Aufwärmphase und spart so Energie.

Endverpackung wie am Schnürchen

Auch die weitere Verarbeitung läuft ohne menschliches Zutun: Ein Scanner liest das Auftragsetikett ab, eine geeichte Waage wiegt das Paket und ein Drucker erstellt das Versandetikett mit allen relevanten Informationen für die Paketdienste. Das Etikett wird von der Anlage direkt auf das Paket aufgebracht. Alle Daten rund um die Versendung wandern dann ins Warenwirtschaftssystem von HANSA-FLEX, sodass der Auftrag automatisiert mit den jeweiligen KEP-Dienstleistern abgerechnet werden kann. Zu guter Letzt ordnet die Anlage die Pakete über drei verschiedene Förderbänder den entsprechenden Dienstleistern zu. Sollte ein Etikett fehlerhaft oder nicht lesbar sein, wird das Paket auf ein viertes Band aussortiert und durch einen Mitarbeiter überprüft.

„Da die Anlage bei der aktuellen Auslastung nicht ununterbrochen läuft, haben wir eine Start-Stop-Automatik integriert. Diese garantiert optimale Energienutzung für unseren Kunden“, fügt Wolfgang Dürkoop hinzu, der als Area Sales Manager bei Mosca die Zusammenarbeit mit HANSA-FLEX betreute.

Enge Zusammenarbeit und offener Austausch

Dass die Umsetzung dieses Großprojekts so zügig gelang, liegt vor allem an der engen Zusammenarbeit zwischen HANSA-FLEX und Mosca. „Wir haben in unseren Arbeitsweisen vieles gemeinsam. Wir krempeln die Ärmel hoch, packen an und tauschen uns mit offenen Worten aus“, sagt Frank Oetting. Mit dieser „Hands-on“-Mentalität ließen sich auch schwierigere Herausforderungen des Projekts ohne große Probleme meistern. „Entscheidend war die Schnittstelle zum SAP-System, die die Weiterverarbeitung der Versanddaten und die automatische Abrechnung gewährleistet“, erklärt Oetting. Diese musste zuverlässig funktionieren und so gestaltet sein, dass sie auch auf weiteren Anwendungen mit ähnlichen Anforderungen abgebildet werden kann. „Hier holten wir uns Unterstützung mit der entsprechenden System-Kompetenz dazu und fanden gemeinsam eine passende Lösung“, so Wolfgang Dürkoop.

Ähnliche Anwendung mit Palettenumreifung

Ein ähnlicher Anwendungsfall ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten: Am HANSA-FLEX-Standort Geisenfeld sollte Ware auf Paletten vollautomatisch umreift und dem Versand oder dem Lager zugeordnet werden. „Auch hier haben wir gemeinsam mit HANSA-FLEX ein Gesamtkonzept aus Umreifungsmaschine, Fördertechnik und Datenverarbeitung erstellt und umgesetzt“, sagt Michael Zimmermann, Leiter Vertrieb Anlagen D-A-CH bei Mosca. Hier wurde die Förderanlage H-förmig aufgebaut, sodass von zwei Seiten Ware aufgelegt werden kann. Die Anlage richtet die Paletten anschließend selbständig aus, identifiziert über das Auftragsetikett das benötigte Umreifungsprogramm und befördert sie zu einer EVOLUTION SoniXs KZV-111-20 aus dem Mosca-Sortiment. Diese verbindet Pakete und Palette mit einer Vertikalumreifung. Wiegen, Etikettierung und Zuordnung zu Versand-Dienstleister oder Lager erfolgen im Anschluss ebenfalls vollautomatisch über die Förderanlage.

Konzept, Herstellung und Wartung aus einer Hand

Sowohl in Geisenfeld als auch in Bremen herrscht große Zufriedenheit angesichts der zukunftsträchtigen Lösungen. „Uns war wichtig, die gesamte Anlage aus einer Hand zu bekommen. Das konnte uns Mosca bieten“, sagt Frank Oetting. Bis auf wenige Einzelkomponenten ist sowohl die Anlage in Bremen als auch die Geisenfelder Lösung eine Eigenanfertigung von Mosca. „Wir gewährleisten die gesamte Wartung und unterstützen bei Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen“, erklärt Wolfgang Dürkoop.

Insbesondere die Erweiterung der Anlagen ist dank ihrer modularen Bauweise jederzeit möglich. „Diese Flexibilität macht das Modell zusätzlich attraktiv für uns“, sagt Frank Oetting. Konkrete Schritte sind dabei bereits geplant. So sollen zeitnah die Einzelkommissionierungsplätze per Fördertechnik an die Anlage angeschlossen werden. Damit entfällt mit dem Auflegen der Pakete ein weiterer manueller Arbeitsschritt.

Die Auslastung der Anlage kann dagegen auch im Status Quo noch deutlich gesteigert werden. „Die EVOLUTION SoniXs TR-6 Pro kann bis zu 900 Pakete pro Stunde umreifen. Damit ist HANSA-FLEX auch bei großen Produktivitätssteigerungen in der Zukunft mit unserer Lösung gut gerüstet“, sagt Wolfgang Dürkoop.

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